B12 - Meine Güte.

B12. Meine Güte. Immer wieder das selbe Theater. Kaum kommt irgendwie die Vegan-Thematik auf, dauert es nur einige Sekunden bis jemand durch den Raum blökt „Und was ist mit B12?“ und „Dann muss man bestimmt Tabletten nehmen!“, gefolgt von „Ist ja sehr gesund!“.

Von nichts Ahnung, aber Hauptsache erstmal irgendwie dazwischen grätschen mit irgendwas, was man mal irgendwo von irgendwem gehört hat.
Wieviel B12 braucht man denn? Wieviel B12 ist denn worin enthalten? Was ist, wenn man zu wenig B12 zu sich nimmt? Welche Folgen hat das? Und was ist, wenn diese eingetreten sind?


Dazu gibt es dann nicht mehr so viele Kommentare. Richtig ist natürlich, dass es nur sehr wenig pflanzliches gibt, worin für den Menschen geeignetes B12 enthalten ist. Richtig ist ebenfalls, das man mit einer tierischen Ernährung „automatisch“ B12 bekommt. Aber wie kommt denn das B12 in die tierischen Lebensmittel? Die Antwort überrascht die meisten. Denn heutzutage wird den Nutztieren (grauenvoller Begriff) B12 als Nahrungsergänzungsmittel zusammen mit dem Futter verabreicht. Schön. Dann nimmt man also B12 indirekt als Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Schon ist die tolle Argumentation im Eimer.

Dazu kommt leider noch, dass das B12 z.B. im Fleisch beim Erhitzen zum Teil zerstört wird. Macht das Ganze auch nicht gerade besser. Warum also das Hin und Her, wenn man B12 in korrekter Dosierung einfach als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen kann? (Und Shit-Fleisch weglässt.)

Zurück auf Anfang. Wie kommt es, dass B12 eines der Top-Themen ist, wenn es um vegane Ernährung geht? Ist es, weil irgendwer keinen Plan hat und einfach nur diesen Ernährungsstil schlecht machen will? Vermutlich. Oder weil er denkt, dass er jetzt das Totschlag-Argument hervorgezaubert hat? Bestimmt. Ist es, weil jemand tatsächlich weiß, dass B12 in pflanzlichen Produkten kaum zu finden ist und welch große Bedeutung ein solcher Vitaminmangel haben kann? Nein. Aber genau darauf gehen wir jetzt ein.

B12 findet man in der sogenannten Chlorella-Alge. Nach bisherigem Kenntnisstand kann man jedoch nicht mit 100%iger Wahrscheinlichkeit sagen, wie optimal man mit B12 versorgt wird, wenn man dies als einzige B12-Quelle nutzt.

Der einfachste Weg läuft also über ein Supplement. Wir (meine Frau, meine Tochter und ich) nehmen die 3er B12-Kombination von Sunday Natural. Diese haben eine gewollt hohe Dosierung, so dass man mit einer Kapsel am Tag ausreichend versorgt ist. Auch wenn ich gerade den Namen der Firma genannt habe, besteht keine Zusammenarbeit o.ä.. Es ist einfach das B12-Präparat, für das wir uns entschieden haben und welches wir unserer Familie, Freunden, Bekannten und Kunden weiterempfehlen. Da unsere Tochter noch sehr jung ist, bekommt sie eine entsprechend niedrige Dosierung. Wir öffnen einfach die Kapsel und streuen ihr den pulverigen Inhalt an ihren Brei. Easy und sicher.

Stellt sich tatsächlich ein B12-Mangel ein, kann es unter anderem zu Nervenleitungsstörungen und Depressionen kommen sowie Gefühlsstörungen in den Extremitäten. Erste Anzeichen können eine ungewohnt niedrige Leistungsfähigkeit und Schwäche sein. Das Problem hierbei ist, das sich ein solcher Mangel erst nach mehreren Jahren bemerkbar macht und dann hat man den Salat. Da helfen dann auch ein paar Steaks nicht weiter. Sondern der Arzt knallt einem regelmäßig ein paar hochdosierte B12-Spritzen rein. Klasse. Kann man sich aber auch sparen.


So oder so, auch ohne irgendwelche Anzeichen, sollte jeder einfach mal ein Blutbild bei seinem Arzt machen lassen bzw. den Holo-Transcobalamin-Wert (Holo-TC-Wert) prüfen. Dieser gibt Aufschluss darüber, wie der aktuelle Stand der B12-Speicher im Körper aussieht. Oftmals wird im Blutbild nämlich „nur“ Serum-Vitamin-B12 geprüft. Dieser gibt jedoch Auskunft darüber, wie der  Gesamt-B12-Wert im Blut aussieht und ist somit nicht sehr aussagekräftig. Denn hat man sich zuvor B12-reich ernährt oder entsprechende Supplements eingenommen, zählt das dort mit rein und „verfälscht“ daher den eigentlich interessanten Wert.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Test alle 2-3 Jahre zu wiederholen. So läuft man nicht Gefahr, dass man auf einmal feststellt, dass die Speicher schon seit längerem leer sind und nicht problemlos wieder gefüllt werden können. Prinzipiell ist man mit einer regelmäßigen / täglichen Einahme von 3-4 Mikrogramm B12 auf der sicheren Seite.

Eigentlich alles gar nicht so eine riesige Kiste oder? B12 ist wichtig. Weil sonst langfristig Shit. Auch bei nicht veganer Ernährung. Eine Supplementierung ist in diesem Fall empfehlenswert. Ja, auch wenn man hin und wieder Fleisch isst. Ja, auch wenn man viel Fleisch isst, sollte man sich mal ein ärztliches Feedback zu den Blutwerten holen. Aber dann hat man wahrscheinlich ganz andere Schwierigkeiten. Haha wieder den Bogen bekommen und tierische Ernährung gedropped. Vegan is geil. Ende.

Sebastian StuehmerComment